Störungsbild · ICD-10 F10–F19

Sucht & Abhängigkeit –
Therapie in der Schweiz

Abhängigkeit ist keine Schwäche und kein Versagen – sie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns. Bei PsyCare arbeiten Therapeut:innen, die Ihnen ehrlich, urteilsfrei und wirksam helfen, den Weg aus der Abhängigkeit zu finden.

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Therapiesitzung bei Suchtbehandlung
Sektion 1 · Was steckt dahinter?

Sucht und Abhängigkeit: Was steckt dahinter?

Sucht (ICD-10: F10–F19, Abhängigkeitssyndrom) ist eine chronische Erkrankung des Gehirns, keine moralische Schwäche. Sie entsteht, wenn wiederholter Konsum die Belohnungsschaltkreise so verändert, dass Kontrollverlust, Cravings und fortgesetzter Konsum trotz negativer Folgen entstehen.

Abhängigkeit beginnt schleichend. Was als gelegentliches Trinken zur Entspannung beginnt, kann sich zu einem Muster entwickeln, in dem der Konsum die Struktur des Lebens bestimmt – nicht mehr umgekehrt. In der Schweiz sind ca. 250'000 Menschen alkoholabhängig. Hinzu kommen Abhängigkeiten von Medikamenten (besonders Benzodiazepinen), Glücksspiel und digitalen Medien.

Sucht trifft alle sozialen Schichten und Berufsgruppen. Scham ist der grösste Feind der Suchtbehandlung – sie hält Betroffene davon ab, Hilfe zu suchen, lange nach dem Zeitpunkt, an dem Hilfe am wirksamsten gewesen wäre. Bei PsyCare sind Sie sicher, vertraulich und urteilsfrei aufgehoben.

Sucht hat immer eine Funktion: Sie lindert Angst, betäubt Schmerz, erzeugt Zugehörigkeit oder Kontrolle. Diese Funktion zu verstehen ist der Schlüssel zur dauerhaften Veränderung.

Sektion 2 · Erkennen Sie sich wieder?

Abhängigkeit erkennen: Warnzeichen und Kriterien

Abhängigkeit zeigt sich auf verschiedenen Ebenen – und bleibt lange unsichtbar, weil Betroffene sie selbst nicht erkennen.

Diagnose

Die 6 Abhängigkeitskriterien

  • Starkes Verlangen (Craving)
  • Verminderte Kontrollfähigkeit
  • Entzugssymptome bei Abstinenz
  • Toleranzentwicklung (mehr für denselben Effekt)
  • Vernachlässigung anderer Aktivitäten
  • Fortgesetzter Konsum trotz klarer Nachteile

Nicht alle Kriterien müssen sichtbar sein – auch «funktionale» Abhängigkeit (Arbeit und Familie noch intakt) ist echte Abhängigkeit.

Alltag

Häufige Warnzeichen im Alltag

  • Heimliches Konsumieren
  • Reizbarkeit bei Abstinenz
  • Konsum als primäre Bewältigungsstrategie bei Stress
  • Konsum bei sozialer Angst
  • Vernachlässigung von Familie und Arbeit
  • Lügen über den Konsum

Wer Konsum zunehmend verbirgt, schützt nicht andere – sondern das Suchtmuster selbst.

Tückische Formen

Besonders tückische Abhängigkeiten

  • Medikamentenabhängigkeit (Benzodiazepine, Schlafmittel)
  • Entsteht bereits nach wenigen Wochen bei ärztlicher Verschreibung
  • Nasenspray-Abhängigkeit: verbreitet und schambesetzt
  • Glücksspielsucht
  • Digitale Abhängigkeit

Medikamentenabhängigkeit beginnt oft legal und verordnet – das macht sie besonders schwer zu erkennen und anzusprechen.

Der erste Schritt ist der mutigste – und Sie müssen ihn nicht alleine machen. Jetzt Gespräch vereinbaren.

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Sektion 3 · Die Neurobiologie der Sucht

Sucht Ursachen: Warum Betroffene nicht aufhören

Sucht ist keine Willensschwäche – sie ist eine neurobiologische Erkrankung mit messbaren Veränderungen im Gehirn.

Veränderte Gehirnstruktur

Chronischer Konsum verändert das Gehirn strukturell: Das dopaminerge Belohnungssystem wird desensibilisiert, der präfrontale Kortex verliert an Einfluss. Kontrolle ist neurobiologisch eingeschränkt.

Kurzfristige Belohnung überwiegt

Das Gehirn gewichtet kurzfristige Belohnung zunehmend höher als langfristige Konsequenzen. Das ist keine Schwäche – es ist die Folge neurobiologischer Veränderungen.

Die Funktion der Sucht

Sucht lindert Angst, betäubt Schmerz, gibt Struktur. Solange diese zugrundeliegenden Bedürfnisse nicht anderweitig adressiert werden, ist dauerhafte Abstinenz kaum zu halten.

Rückfälle sind die Regel

Rückfälle gehören zur Suchterkrankung – wie Blutzuckerschwankungen zum Diabetes. Sie zeigen nicht Versagen, sondern dass der Heilungsprozess weitergeht und Unterstützung braucht.

Rückfälle richtig einordnen

Ein Rückfall ist kein Rückschritt in den Ausgangspunkt. Er ist ein Informationsträger: Was hat funktioniert? Was braucht es noch? Die Therapie geht weiter – nicht von vorne.

Sektion 4 · Der Weg aus der Abhängigkeit

Suchttherapie in der Schweiz – bei PsyCare

Unsere Therapeut:innen arbeiten mit evidenzbasierten Methoden – motivationsorientiert, ohne Vorwürfe, und angepasst an Ihre individuelle Situation. Abstinenz ist kein Voraussetzung für den ersten Schritt.

1

Motivationale Gesprächsführung (MI)

MI setzt keine Abstinenzentscheidung voraus. Sie nimmt die eigene Ambivalenz ernst («Ich weiss, es schadet mir – und ich höre trotzdem nicht auf») und entwickelt aus ihr heraus echte Motivation.

2

Auslöser und Muster erkennen

Kognitive Verhaltenstherapie identifiziert Auslöser, automatische Gedanken und Verhaltensmuster: Wann beginnt das Craving? Was ist der Gedanke, der vorangeht? Was ist der Bedarf dahinter?

3

Alternativen entwickeln

Sucht hat eine Funktion – diese Funktion muss durch gesündere Alternativen erfüllt werden. Stressbewältigung, soziale Verbindungen, Emotionsregulation: das sind die eigentlichen Therapiethemen.

4

Rückfallprävention

Was tue ich, wenn das Craving kommt? Ein persönlicher Rückfallplan mit konkreten Schritten und Kontaktpersonen ist eines der wirksamsten Instrumente der Suchttherapie.

Therapeut bei PsyCare

Warum PsyCare?

Motivationale Gesprächsführung: keine Abstinenz als Voraussetzung

Ehrlich, urteilsfrei, vertraulich – ohne Wartezimmer

CHF 180/Sitzung oder über Zusatzversicherung

Bei körperlicher Abhängigkeit: Begleitung nach medizinisch begleitetem Entzug

Sucht braucht keine Scham – sie braucht Unterstützung. Wir sind für Sie da, urteilsfrei.

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Mann erkennt Suchtanzeichen

Woran erkenne ich, ob mein Konsum zur Sucht geworden ist?

Der Übergang von problematischem Gebrauch zur Abhängigkeit ist fliessend – und genau das macht ihn so schwer zu erkennen. Zentrale Warnsignale sind Kontrollverlust (Sie wollen weniger konsumieren, schaffen es aber nicht), fortgesetzter Konsum trotz spürbarer negativer Konsequenzen in Beruf oder Beziehungen sowie eine wachsende Toleranz, bei der Sie immer grössere Mengen benötigen, um denselben Effekt zu erzielen. Hinzu kommen körperliche oder psychische Entzugssymptome bei Abstinenz – etwa Zittern, Schlaf­ störungen, Reizbarkeit oder starkes Craving – und das gedankliche Kreisen um die nächste Gelegenheit zum Konsum.

Problematischer Konsum bedeutet, dass Ihr Verhalten bereits negative Folgen hat, Sie aber noch eine gewisse Kontrolle ausüben können. Abhängigkeit liegt vor, wenn diese Kontrolle weitgehend verloren gegangen ist und der Konsum das Leben strukturell bestimmt. Die Grenze ist individuell verschieden – entscheidend ist nicht allein die Menge, sondern der Grad, in dem der Konsum Ihr Leben, Ihre Gesundheit und Ihre Beziehungen beeinträchtigt. Wenn Sie sich unsicher sind, ist ein offenes Erstgespräch mit einem spezialisierten Therapeuten der sicherste Weg, Klarheit zu gewinnen.

Wie hilft Psychotherapie bei Sucht und was passiert in einer Suchttherapie?

Psychotherapie bei Sucht setzt dort an, wo Willenskraft allein nicht ausreicht. In der motivationalen Gesprächsführung (MI) wird Ihre Ambivalenz – der innere Konflikt zwischen dem Wunsch aufzuhören und der Funktion, die der Konsum erfüllt – nicht als Widerstand, sondern als Ausgangspunkt ernst genommen. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hilft Ihnen, individuelle Auslöser, automatische Gedankenmuster und Hochrisikosituationen zu erkennen und konkrete Strategien zur Rückfallprävention zu entwickeln. Viele Abhängigkeiten sind zudem mit psychischen Begleiterkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder Traumafolgestörungen verknüpft – diese werden in der Therapie gleichzeitig mitbehandelt.

In einer Suchttherapie-Sitzung erwarten Sie keine Vorwürfe und keine Patentlösungen. Stattdessen erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten ein Verständnis der Funktion Ihres Konsums, entwickeln alternative Bewältigungsstrategien und erstellen einen persönlichen Rückfallplan für Craving-Situationen. Abstinenz ist kein Voraussetzung für den ersten Termin – entscheidend ist der Wunsch, etwas zu verändern. Sitzungen finden bei PsyCare per sicherem Video­anruf statt, sodass Sie von zu Hause aus und im eigenen Tempo Unterstützung erhalten können.

Therapeutische Sitzung bei Suchttherapie

Häufige Fragen zu Sucht & Abhängigkeit

Was ist der Unterschied zwischen Sucht, Abhängigkeit und missbräuchlichem Konsum?
Missbräuchlicher Konsum bedeutet, dass eine Substanz oder ein Verhalten trotz erkennbarer negativer Folgen fortgesetzt wird – die Kontrolle ist jedoch noch vorhanden. Abhängigkeit liegt vor, wenn diese Kontrolle weitgehend verloren gegangen ist, Entzugssymptome auftreten und der Konsum das Leben strukturell bestimmt. Der Begriff Sucht wird umgangssprachlich oft synonym mit Abhängigkeit verwendet; klinisch beschreibt das ICD-10 das «Abhängigkeitssyndrom» anhand von sechs Kriterien, von denen mindestens drei erfüllt sein müssen.
Welche Suchtformen gibt es ausser Alkohol und Drogen?
Neben Alkohol- und illegalen Drogenabhängigkeiten sind in der Schweiz besonders Medikamentenabhängigkeiten (vor allem Benzodiazepine und Schlafmittel) sowie Tabakabhängigkeit weit verbreitet. Hinzu kommen Verhaltensabhängigkeiten wie Glücksspielsucht, Internetabhängigkeit, Pornografiesucht und exzessives Kaufverhalten, die neurobiologisch ähnliche Mechanismen aufweisen wie Substanzabhängigkeiten. Auch Koffein-, Nasenspray- oder Energydrink-Abhängigkeit werden zunehmend als behandlungsbedürftig erkannt.
Wie erkenne ich, ob ich selbst süchtig bin?
Ein zentrales Warnsignal ist Kontrollverlust: Sie möchten weniger konsumieren oder aufhören, schaffen es aber wiederholt nicht. Weitere Hinweise sind Entzugssymptome bei Abstinenz (Zittern, Schlafstörungen, starkes Verlangen), wachsende Toleranz, die steigende Mengen erfordert, sowie die Vernachlässigung von Familie, Arbeit oder Hobbys zugunsten des Konsums. Wenn Sie sich unsicher sind, ist ein offenes, vertrauliches Erstgespräch mit einem spezialisierten Therapeuten der verlässlichste Weg, Klarheit zu gewinnen.
Muss ich abstinent werden oder gibt es auch kontrolliertes Trinken?
Vollständige Abstinenz ist nicht für alle Betroffenen das einzige oder das richtige Ziel – das hängt vom Schweregrad der Abhängigkeit und von Ihrer persönlichen Situation ab. Bei körperlicher Alkoholabhängigkeit ist ein medizinisch begleiteter Entzug in der Regel notwendig, bevor andere Ziele realistisch sind. Kontrolliertes Trinken (Reduktionsziel) kann bei weniger schwerer Abhängigkeit ein valider Therapieansatz sein; Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut erarbeitet gemeinsam mit Ihnen, welches Ziel zu Ihrer Situation passt.
Was passiert im Gehirn bei einer Sucht?
Chronischer Konsum verändert das dopaminerge Belohnungssystem strukturell: Die Ausschüttung von Dopamin beim Konsum wird immer schwächer (Toleranz), während das Craving – das starke Verlangen – bestehen bleibt oder zunimmt. Gleichzeitig verliert der präfrontale Kortex, der für Impulskontrolle und langfristiges Denken zuständig ist, an Steuerungseinfluss. Das erklärt, warum Betroffene trotz klarem Wissen um die Folgen nicht einfach aufhören können – es ist neurobiologisch eingeschränkte Kontrolle, keine Willensschwäche.
Warum höre ich trotz Wissen um die Folgen nicht auf?
Sucht hat immer eine Funktion: Sie lindert Angst, betäubt Schmerz, gibt Struktur oder erzeugt kurzfristig ein Gefühl von Kontrolle. Solange diese zugrundeliegenden Bedürfnisse nicht anderweitig adressiert werden, bleibt das Suchtmuster attraktiver als die Abstinenz. Hinzu kommt, dass das veränderte Gehirn kurzfristige Erleichterung langfristigen Konsequenzen gegenüber übergewichtet – das ist keine Charakterschwäche, sondern das Ergebnis neurobiologischer Veränderungen, die therapeutisch bearbeitbar sind.
Brauche ich für eine Suchttherapie einen stationären Aufenthalt?
Stationäre Aufenthalte (Entzugskliniken) sind vor allem bei schwerer körperlicher Abhängigkeit – etwa bei Alkohol oder Benzodiazepinen – medizinisch indiziert, da der Entzug lebensbedrohlich verlaufen kann. Die psychotherapeutische Behandlung der Suchterkrankung selbst kann sehr wirksam ambulant erfolgen, auch per Videotherapie. In der Schweiz bieten spezialisierte Suchtfachstellen (z.B. Sucht Schweiz, kantonale Fachstellen) zusätzliche Beratungs- und Begleitangebote, die mit ambulanter Psychotherapie kombiniert werden können.
Wie helfe ich jemandem in meinem Umfeld mit einer Sucht?
Angehörige sind oft die Ersten, die eine Sucht erkennen – und gleichzeitig am stärksten von ihr mitbetroffen. Entscheidend ist, keine Vorwürfe zu machen und keine Kontrolle zu übernehmen, sondern offen und konkret anzusprechen, was Sie beobachten und wie es Sie betrifft. Angebote wie Al-Anon (für Angehörige von Alkoholabhängigen) oder Beratungsstellen von Sucht Schweiz bieten professionelle Unterstützung auch für das Umfeld. Vergessen Sie nicht: Auch Sie haben Anrecht auf Hilfe, unabhängig davon, ob die betroffene Person bereit ist, Unterstützung anzunehmen.
Was passiert in einer ambulanten Suchttherapie?
In einer ambulanten Suchttherapie-Sitzung stehen keine Vorwürfe und kein Druck im Vordergrund. Mithilfe motivationaler Gesprächsführung (MI) wird Ihre Ambivalenz – der Konflikt zwischen dem Wunsch zu verändern und der Funktion des Konsums – als Ausgangspunkt ernst genommen. In der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) erarbeiten Sie individuelle Auslöser, Gedankenmuster und Hochrisikosituationen sowie einen persönlichen Rückfallplan. Bei PsyCare finden Sitzungen per sicherem Videoanruf statt, sodass Sie von zu Hause aus und in Ihrem eigenen Tempo Unterstützung erhalten.
Wie gehe ich mit Rückfällen nach der Suchttherapie um?
Rückfälle sind Teil des Genesungsprozesses – sie kommen häufig vor und bedeuten nicht, dass die Therapie gescheitert ist oder von vorne begonnen werden muss. Entscheidend ist, den Rückfall als Informationsträger zu verstehen: Was hat ausgelöst? Was hat noch nicht funktioniert? In der Therapie erarbeiten Sie einen persönlichen Rückfallplan mit konkreten Sofortmassnahmen und Kontaktpersonen für den Krisenfall. So wird ein Rückfall zur Lernmöglichkeit, die den weiteren Genesungsweg stärkt, statt ihn zu beenden.

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PsyCare ist eine Schweizer Online-Psychotherapie-Plattform. Bei uns arbeiten lizenzierte Psychotherapeut:innen, die Videositzungen auf Deutsch durchführen – schweizweit, ohne Wartezimmer und ohne lange Wartezeiten. Sie zahlen CHF 180 pro Sitzung oder rechnen über Ihre Zusatzversicherung ab.

Unser Angebot richtet sich an Menschen mit Angststörungen, Burnout, Depressionen, Schlafproblemen und weiteren psychischen Belastungen – sowie an alle, die einfach einen guten Gesprächspartner suchen.

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